AK CLASSICS: EIN MUSIKALISCHER ZAUBERLADEN



DAS KIND IM PHILOSOPHEN

1941, während seines Exils in den USA, orchestrierte Theodor W. Adorno sechs Klavierstücke aus Robert Schumanns „Album für die Jugend“. Musik, die er selbst als Kind spielte und die ihn fern der Heimat an glückliche Tage erinnerte. Vom heiteren „Frühlingslied“ bis zum knorrigen „Knecht Ruprecht“. In seiner Komposition Kinderjahr lässt er die Kindheit in orchestralen Farben Revue passieren. Dabei ist Adornos Anspruch an die Musik hoch: Von Kunst erwartete er nicht weniger als „die imaginäre Wiedergutmachung der Katastrophe Weltgeschichte“.


EIN SOLO FÜR DAS STIEFMÜTTERCHEN

Viola da braccia und Viola tricolor – Bratsche und Stiefmütterchen. Sie teilen sich den Namen und haben scheinbar nichts gemein - oder doch? Ist nicht die Viola verglichen mit Violine und Violoncello bis ins 20. Jahrhundert stiefmütterlich behandelt worden? Unverzichtbar in Orchester und Streichquartett, zu unattraktiv als Soloinstrument. Erst das 20. Jahrhundert holte die Bratsche aus ihrem Schattendasein heraus. Oft, wie im Fall von Bohuslav Martinus Rhapsody-Concerto, waren es namhafte Instrumentalisten die die Initiative ergriffen und Werke für ihr Instrument in Auftrag gaben. So wurde der in der Ukraine gebürtige amerikanische Bratscher Jascha Veissi 1951 bei dem Komponisten Bohuslav Martinu vorstellig. Die Bezeichnung „Rhapsody“ suggeriert bereits, dass in diesem Werk das lyrische Element überwiegen wird. Martinu selbst bezeichnet sein Werk tatsächlich als Wendepunkt seines Schaffens - von der „Geometrie“ zur „Phantasie".

“Nahezu verliebt agierte Mitterbauer mit seinem Instrument.”
Badische Neueste Nachrichten

VIOLA // BENEDICT MITTERBAUER ist einer der führenden jungen Bratschisten Österreichs, gefragter Kammermusiker und Solist. Seit 2018 ist er Mitglied im Bruckner Orchester Linz wo er zunächst als stellvertretender Stimmführer engagiert wurde und 2020, nach einem weiteren erfolgreichen Probespiel, die Position des Solobratschisten inne hat. 
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TANZENDE PUPPEN UND BILDER EINER METROPOLE

Ottorino Respighi, Klangmaler des italienischen Impressionismus entführt in eine fantasievolle Welt. 1913 verwandelte der Komponist Rossinis "Alterssünden" in ein Ballett. Schauplatz ist ein Puppenladen an der Riviera - "La Boutique fantastique" - in dem ein Puppenmacher sprechende und tanzende Puppen an Touristen verkauft. Anschließend erklingt Respighis "Pini di Roma" - eine sinfonische Dichtung in vier Szenen. Das Werk wurde am 14. Dezember 1924, also vor genau 98 Jahren, im Teatro Augusteo in Rom uraufgeführt. Funfact: Eine gekürzte Fassung wurde im Walt Disney - Trickfilm "Fantasia 2000" zur Begleitung herumtollender Buckelwale verwendet.

DIRIGENT // ENRICO CALESSO wurde im italienischen Treviso geboren. Er studierte Klavier am Konvervatorium in Venedig und schloss parallel dazu mit Auszeichnung ab. Sein Dirigierstudium absolvierte er in Wien. Der gefragte Dirigent arbeitete mit zahlreichen namhaften Orchestern wie beispielsweise dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestra Filarmonica della Fenice Venezia, den Wiener Symphonikern, dem RSO Wien und den Berner Symphonikern zusammen. Enrico Calesso ist seit 2011 Generalmusikdirektor am Mainfranken Theater Würzburg. Am Pult des Bruckner Orchesters Linz stand er erstmals in der Saison 2016/17 für die musikalische Leitung von Mozarts Don Giovanni am Landestheater Linz wo er seit Beginn der Saison 2020/21 ständiger Gastdirigent ist. In der Saison 2022/23 leitet er zudem Verdis Oper La forza del destino (Die Macht des Schicksals), die am 21. Jänner 2023 im Musiktheater am Volksgarten Premiere feiert.




PROGRAMM


Theodor W. Adorno 
Kinderjahr. Sechs Stücke aus op. 68 von Robert Schumann, für kleines Orchester gesetzt

Bohuslav Martinu 
Rhapsody-Concerto für Viola und Orchester

Ottorino Respighi 
La Boutique fantasque (Der Zauberladen). Suite aus dem Ballett auf Musik von Gioachino Rossini
Pini di Roma (Pinien von Rom). Poema sinfonico

Benedict Mitterbauer // Viola
Enrico Calesso // Dirigent

Donnerstag, 15. Dezember 2022 // 19.30 Uhr // Brucknerhaus Linz
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Texte zum Teil von Dr.in Alice Ertlbauer-Camerer

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