Monday, November 12, 2018

Dafür stehen wir, dafür spielen wir! IHR Bruckner Orchester Linz

Klaus Luger, der Bürgermeister der Stadt Linz, hat angekündigt den Theatervertrag zwischen Stadt und dem Land Oberösterreich, das unser Träger ist, aufzukündigen.

Es geht ums liebe Geld. Ohne Geld gibt es bekanntlich keine Musi. 

 

Aber um die Kohle alleine kann es wohl nicht gehn, auch wenn ohne sie nicht geht. Was will sich denn die Stadt nicht mehr leisten? Wer sind wir und wer wollen wir bei aller permanenten Veränderung in Zukunft sein? Über die Schlagkraft der Stadtwache wird eine Stadt, wie Linz, künftig wohl nicht identifiziert werden wollen. 

Das Bruckner Orchester Linz ist das Opernorchester des Linzer Landestheater und gleichzeitig ein Sinfonieorchester, das von seiner Größe und Qualität zu den erstrangigen Österreichs zählt. In unserem Namen ist der Name eines großen Sohnes der Stadt eingeschrieben: der des Komponistengiganten Anton Bruckner.

Und wir, das BOL, sind Bruckner. 

 

Gerade seit dem letzten Jahr befragen wir mit unserem Chefdirigenten Markus Poschner die Musik unseres Namensgebers wieder ganz neu und werden dafür nicht nur in Stadt und Land, sondern auch international erkannt und anerkannt. Wir haben einen nie dagewesenen Öffnungsprozess hinein in die Stadt, ins Land begonnen und verstehen uns als Mitgestalter unserer Gesellschaft, in vernetztem Handeln mit Institutionen wie Ars Electronica, der Johannes Kepler Universität, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und anderen mehr. Ich denke auch an unsere Orchesterwerkstatt MOVE.ON, die in viele Schule geht und in Migrationsprojekte involviert ist. Viele neue Formate versuchen nichts anderes als auf die Menschen zuzugehen und dies an unerwarteten Orten.

In unserem Namen steht die Stadt eingeschrieben, in der wir leben und arbeiten. Wir nehmen das ernst! Gerade unsere Tätigkeit als Sinfonieorchester wollen wir weiterhin im städtischen Konzerthaus, dem Brucknerhaus, einem der schönsten Konzerthäuser weit und breit als Residenzorchester ausleben. Im bisherigen Theatervertrag waren wir mit zehn Vertragskonzerten im Brucknerhaus engagiert und somit das Sahnehäubchen dieser Vereinbarung. 

Aber um das geht es letztlich gar nicht, man kann und soll immer wieder über Dinge, Vereinbarungen sprechen, diese neu aushandeln können. Ob ein brutaler Liebesentzug ein guter Beginn für eine inhaltliche Auseinandersetzung ist, darf bezweifelt werden. Es geht darum, wie wir Linzerinnen und Linzer, Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher leben wollen und weiter in der großen weiten Welt gesehen, gehört werden wollen. Was macht uns unverwechselbar aus uns und wohin entwickeln wir uns als Kulturgemeinschaft? Und vor allem, was ist uns dies wert? Was ist dies der Kulturhauptstadt Linz wert? 

Politik heißt nichts anderes als Gestalten für die Menschen, nichts anderes bewegt uns in unserer Arbeit sieben Tage die Woche: für Menschen dieser Stadt, unseres Landes und darüber hinaus Räume zu erschaffen, in denen sie sich unterhalten, erheben, aufgehen oder hingeben können, an den sie sich auch stoßen und reiben können.

Das ist unser Kulturbegriff. 

 

Schlichtweg errichten wir in Sinfonien von Anton Bruckner, in Musiken anderen Ursprungs früherer Zeiten und der Gegenwart, in musiktheatralischen Aufführungen in unserem Landestheater unverwechselbare Erfahrungsräume fürs Menschsein. Wir wollen weiterhin täglich mit höchsten und immer steigenden Qualitätsansprüchen dafür sorgen. - Für diese Ansprüche in unserem ureigenen oberösterreichischen, Linzer Klang weltweit erkannt und begehrt werden. 

Wir lieben und leben in Linz. Wir lieben und leben in unserer Heimat Oberösterreich, mitten im Herzen Europas. Wir lieben die Welt. Musikerinnen und Musiker aus mehr als 20 Nationen formen dieses wunderbare Orchester für uns Menschen, egal welcher Herkunft, Sprache, Hautfarbe oder Einstellungen. Für das spielen wir jeden Tag in unserem Landestheater und in unseren Konzertorten, wie dem Brucknerhaus und sonst wo.

Dafür stehen wir, dafür spielen wir! 






Norbert Trawöger
Persönlicher Referent des Chefdirigenten
Leitung der Kommunikation & Dramaturgie

Thursday, October 18, 2018






Wann und weshalb haben Sie sich dazu entschlossen, Dirigent zu werden?

Eugene Tzigane: Mein Vater nahm mich schon als kleinen Bub ins Konzert mit. Ich war immer von der Figur am Podium fasziniert. “Was macht der und warum ist er überhaupt da?”, waren die zwei Fragen, die durch meinen jungen Kopf gingen.
An der Universität hat mich ein guter Freund auf Carlos Kleiber aufmerksam gemacht. Ich war wie vom Blitz getroffen, wie gelähmt von der ungeheuren Kunst und der transzendenten, emotionalen Erfahrung, die Kleiber den Orchestern entlocken konnte.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?

Eugene Tzigane: Die Musik bringt mit sich, dass wir bereit zu geben sind. In diesen schwierigen Zeiten, in denen mehr und mehr Mauern errichtet werden, ist es die universelle Sprache der Musik, die Brücken zwischen uns ermöglicht.

Können Sie das Publikum hinter Ihnen spüren?

Eugene Tzigane: Der Komponist, die Aufführenden und das Publikum sind eine Art “heiliger Dreifaltigkeit”, in der alle Drei eine aktive und wichtige Rolle spielen. Das Publikum vervollkommnet den Kreis und schließt diesen für eine gemeinsame musikalische Erfahrung.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten?

Eugene Tzigane: Nein, aber ich habe eine Liste von Favoriten, die niemals eine Limitierung zulassen wird: Richard Strauss, Beethoven, Brahms, Mahler, Bruckner, Schubert, Debussy, Ravel, Sibelius, Nielsen, Puccini, Verdi, und viele andere. Aber ich gebe zu, dass es zu meinen größten musikalischen Freuden gehört, Musik von Johann Strauß Sohn zu „dirigieren“.

Sie werden am Mittwoch, den 24. Oktober das BOL im Brucknerhaus Linz dirigieren. Was ist das besondere an dem Konzertprogramm?

Eugene Tzigane: Es ist ein vielschichtiges von christlichen Ikonografien inspiriertes Programm.

Hindemiths „Mathis der Maler“ ist über Matthias Grünewald, vielleicht den größten deutschen Renaissance Maler, und seinem Kampf für künstlerische Selbstentfaltung während des deutschen Bauernkriegs (1524-1525). Es ist eine Allegorie für Hindemiths eigenen Kampf während der frühen Jahre des Hitler Regimes.

Frank Martin hat einen komplett anderen Zugang, in dem er seine persönliche Beziehung zum Leiden Christi ausdrückt. Er wurde von Duccio's Polyptyque in Siena entflammt und wählte daraus sechs Tableaus um diese Erfahrung zu umspannen.

Resphigi kam die Symbolik für das Stück nach Vollendung der Komposition, die im Original ein Klavierstück unter dem Titel "Tre preludi sopra melodie gregoriane" ist. Den letzten Satz schrieb er direkt für Orchester und beschloss die Klavierstücke zu orchestrieren, um den vier Impressionen den Namen „Vetrate di chiesa“ (Kirchenfenster) zu geben.

Ein Wort zu ...

... Paul Hindemith Fromm
...Frank Martin Leidenschaft (Spiel)
... Ottorino Respighi Filmisch

Haben Sie in der Vergangenheit bereits mit Benjamin Beilman zusammengearbeitet?

Eugene Tzigane: Nein, aber ich habe schon viel Gutes über ihn gehört.

Abseits ihres Berufs interessiert Sie..? 

Eugene Tzigane: Poesie/Literatur, Tanz, Architektur, Bildhauerei, Malerei, Theater, Kino, Kulinarisches

Ihre Karriere wirkt sehr Nord-Europäisch orientiert. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Eugene Tzigane: Karrieren sind selten so geplant, wie es im Nachhinein ausschaut. Sie sind wie ein Kometenschweif, der nur von hinten, als Spur des Kometenverlaufs betrachtet werden kann. Während der Arbeit ist die Karriere nicht offensichtlich, sie ist nur eine Konsequenz des Tuns und der Beziehungen, die man knüpft.

Sie waren in der Vergangenheit bereits in Linz. Was gefällt Ihnen an unserer Stadt?

Eugene Tzigane: An ganz erster Stelle das Orchester. Das Bruckner Orchester sind die Kronjuwelen von Linz. Ein wunderbares Geschenk an die Menschen, die hier leben. Außerdem denke ich bei Linz an Kultur, Architektur, Museen, Essen und Geschichte.




VOM KLANG DER BILDER

Mittwoch, 24. Oktober 2018 | 19.30 Uhr | Brucknerhaus Linz


Die Verbindung von Musik und Malerei gehört zu den faszinierendsten Aspekten der Kunstgeschichte, und das nicht erst seit Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung. Bedeutende Gemälde inspirierten Komponisten immer wieder zu „Tonmalereien“, umgekehrt ist die Darstellung von Musik seit jeher ein zentrales Motiv der bildenden Kunst. Das Konzert „Vom Klang der Bilder“ stellt drei in dieser Tradition stehende Werke von Hindemith, Martin und Respighi vor, in denen malerischer Pinselstrich und musikalische Farbenpracht auf außergewöhnlichem Wege zusammenfinden.

PAUL HINDEMITH Symphonie „Mathis der Maler“
FRANK MARTIN Polyptyque für Violine und zwei kleine Streichorchester
OTTORINO RESPIGHI Vetrate di chiesa. Quattro impressioni sinfoniche per orchestra

Benjamin Beilman Violine 
Bruckner Orchester Linz
Eugene Tzigane Dirigent





Eugene Tzigane

Von der Berliner Morgenpost als souveräner Orchesterleiter bezeichnet, erlangt der junge Dirigent Eugene Tzigane ein enormes Ansehen für seine elegante Ausstrahlung, Ausdrucksstärke, sehr gute Dirigiertechnik und seine beinahe fanatische Präzision (Neues Volksblatt). Sein Kalender ist mit zahlreichen Wiedereinladungen und weltweiten Debüts gefüllt – Eugene Tzigane entwickelt eine energetische und vielseitige Kraft im sinfonischen Bereich wie auch in der Oper.

Seine Dirigierkarriere entwickelt sich rasant, seitdem er 2009 den zweiten Preis des Solti Wettbewerbs gewann. Es folgten Einladungen zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem hr-Sinfonieorchester, den Duisburger Philharmonikern und der Nordwestdeutschen Philharmonie, dessen Chefdirigent er von 2010 bis 2014 war.

Eugene Tzigane unterhält weltweit fortwährende Beziehungen zu Ensembles und Orchestern. In Europa zählen hierzu auch das Norwegische Radio Symphony Orchester, Aarhus Symphony, Tampere Philharmonia und die Sinonia Lathi. Weitere europäische Engagements brachten ihn zum Netherlands Philharmonie Orchestra, Bruckner Orchester Linz, RTÉ National Symphony Orchestra of Ireland und dem Sinfonieorchester Basel. Highlights der Saison 2015/2016 sind Wiedereinladungen nach Lahti, Aarhus, dem Norwegischen Radio, Yomiuri Nippon Symphony und dem Kyoto Symphony in Japan, ebenso wie Debüts bei den Copenhagen Philharmonics, dem Helsingborg Symphony Orchester, dem Göttinger Symphonie Orchester und Oulu Sinfonia.

In den USA wurde Eugene Tzigane für sein Debüt beim Grant Park Festival 2013 gefeiert. Die Chicago Tribune schrieb, er bringe eine Frische und eine besondere Energie zu einer attraktiv-abwechslungsreichen Programmgestaltung; er zeige eine enge Verbundenheit mit den Musikern. Zudem dirigierte Tzigane die amerikanischen Symphony-Orchester aus Oregon, Indianapolis, New Jersey, Fort Worth, North Carolina, Columbus und Rochester.

Mit einem besonderen Gefühl für die Zusammenarbeit mit Sängern, debütierte Eugene Tzigane 2009 an der Bayerischen Staatsoper mit einer Neuproduktion von Mozarts Così fan tutte. An der Oper Frankfurt dirigierte er Christof Loys Produktion von Strauss’ Fledermaus. In der letzten Saison war er eingeladen, drei Vorstellungen von Mozarts Zauberflöte an der Hamburgischen Staatsoper zu dirigieren, darüber hinaus debütierte er an der Royal Swedish Opera mit einer Produktion von Bizets Carmen.

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Friday, October 05, 2018

Mein Instrument, meine Musik

Mein Instrument
Meine Musik 

Foto: Tom Mesic

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vera Kral
Violine

Mein Instrument
Bevor ich auf die Welt kam, gab’s bei uns zu Hause eine Geige, auf der mein Großvater als Autodidakt gespielt hat. Ich habe mit 6 Jahren in der Musikschule Linz Geige zu lernen begonnen, danach studierte ich 7 Jahre lang am Brucknerkonservatorium Linz. Bereits in sehr jungen Jahren hatte ich den Wunsch, das Linzer Musikgymnasium zu besuchen, hauptsächlich wegen Balduin Sulzer! Nicht nur seine Werke, sondern vor allem sein Zugang zur Musik prägt mich bis heute stark. Durch ihn kam ich zur Kirchenmusik in Wilhering, wo ich seit mittlerweile 30 Jahren spiele. Balduin hat immer gesagt: „Es ist auch ein Talent, für sich den richtigen Lehrer zu finden.“ Das ist mir gelungen! Nach dem Musikgymnasium führte mich mein Weg zu Jens Ellermann nach Hannover, bei dem ich die nächsten viereinhalb Jahre meine Technik verfeinern konnte.

Es war mir immer klar, dass ich in einem Orchester spielen will. Ich bin seit 18 Jahren im BOL und sehr dankbar und stolz, dass ich mitspielen kann und darf. Ich genieße es Teil eines Ganzen, einer Gruppe zu sein und gemeinsam ein gutes Produkt abzuliefern. Ganz leise spielen, so dass man sich selbst fast nicht mehr hört - das ist genau das, was Markus Poschner unter anderem mit uns macht und was mir irrsinnige Freude bereitet.

Meine Musik
Am liebsten habe ich die Wiener Klassik, Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Oratorien von Joseph Haydn – vor allem Die Schöpfung und Kammermusik von Franz Schubert.



Tuesday, October 02, 2018

UND PLÖTZLICH IM BRUCKNER ORCHESTER



VOM VOLLENDETEN URKNALL

Ist die Erstfassung einer Sinfonie, die der Komponist in weiteren Fassungen bringt, unvollendet? Die vielen Fassungen der Bruckner-Sinfonien haben unterschiedliche Beweggründe. Vollendung ist beim Genius Loci kein betonierter Status. Bruckner, der auf seinen raren Touren tausende Menschen mit seinen Orgelimprovisationen in den Bann gezogen hat, wohnt der Habitus eines Jazzmusikers inne, der auch in seinem kompositorischen Schaffen Ausdruck findet, in dem er heute diese und morgen eine andere Version desselben Themas anbietet.

Die Erstfassung der Dritten, die der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke als „schwieriges Durchbruchswerk“ bezeichnete, hat mit 2052 Takten die größte Ausdehnung aller seiner Sinfonien. In diesem Kulminationswerk steckt unendlich viel musikgeschichtliche Vergangenheit - man denkt dabei sofort an Beethoven - oder aus Bruckners direkter Gegenwart, und hört im vierten Satz die verrückten Offbeats aus Hector Berlioz’ Symphonie fantastique durchschimmern. Natürlich entdeckt man mehr oder weniger offensichtlich Klänge von Richard Wagner, dessen Tannhäuser und Tristan und Isolde wörtlich zitiert werden. Wagner hat Bruckner diese Sinfonie neben der Zweiten zur Widmung nach Bayreuth angetragen. Der „Meister aller Meister“ entschied sich zur Freude Bruckners für die Dritte, die mit der „Annullierten Sinfonie“ (Nullte) und dem Torso der Neunten die Tonart d-moll teilt. (Wieder so ein Bezug zu Beethoven, dessen 9. Sinfonie in eben dieser Tonart steht.) Bruckner erklärte seine Dritte noch zwei weitere Male für „fertig“, wie er es am Ende der Fassungen im Manuskript schriftlich anmerkt. In dieser Musik steckt aber vor allem ungeheuer viel Heimat und Zukunft. Vom Landler braucht man hier im Innviertel gar nicht lang erzählen.

Der Avantgardist Bruckner wendet in dieser Sinfonie serielle Kompositionstechniken an, die erst im 20. Jahrhundert zum Ausbruch kommen, wie er vielleicht genau selbst mit dieser „Ur-Dritten“ umfassend und genial aus sich herausgebrochen ist. Pure organisierte, zukunftsweisende Anarchie mit starker Bodenhaftung, aber was greife ich angesichts dieses abenteuerlichen Sinfonienwunders hilflos zu Wörtern. Sie werden von ihr selbst ergriffen, von der Dritten, diesem Urknall in Bruckners Schaffen!

Norbert Trawöger
leitet die Dramaturgie & Kommunikation des BOL

Monday, September 24, 2018

MEINBOL Folge #21: Gerda Fritzsche, Bratsche




Mein Instrument 

Meine Musik 

Gerda Fritzsche, Bratschistin 

Mein Instrument:
Ich habe mit fünf Jahren begonnen, Geige zu lernen. Ich liebte Musik von Anfang an, aber ich konnte mich mit dem Klang des Instruments nicht anfreunden. Mit 14 wollte ich aufhören. Als mir dann meine Lehrerin eine Bratsche in die Hand gab, war es Liebe auf den ersten Blick! Die C-Saite und die Ähnlichkeit zur menschlichen Stimmlage faszinierte mich. Ab diesem Moment ging alles extrem schnell. Ich gründete ein Streichquartett, wir hatten fantastische Erlebnisse in aller Welt. So stieg die Motivation, mehr zu wollen. Ich erhielt ein Stipendium und studierte in Belgien bei Michael Kugel. Er arbeitete auf der virtuosen Linie, gegen das Image der Bratsche als langsames Instrument an. Wir spielten Paganini und waren topfit. Dann ging alles Schlag auf Schlag! Ich gewann mein erstes Probespiel beim London Philharmonic Orchestra. Und wie das dann nicht klappte, weil ich einfach zu dem Zeitpunkt noch zu unerfahren und zu jung war, habe ich in Linz vorgespielt und so bin ich hierhergekommen. Das ist meine Geschichte. Es ist meine fünfzehnte Saison beim Bruckner Orchester Linz. Es war eine tolle Zeit bis jetzt und es bleibt spannend.

Meine Musik:
Meine Musik ist immer die, die ich gerade spiele, ob im Orchester, in der Kammermusik oder als Solistin. Zu Hause höre ich keine, aber im Kopf habe ich immer Musik. Es sei denn, ich mache einen Großputz, dann leg ich mir vielleicht einmal Ella Fitzgerald auf. Stille ist wichtig – ohne die Stille haben wir nicht die Möglichkeit zu musizieren.