Monday, January 21, 2019

ELEKTRA als musikalische Sensation!

Pressestimmen:

"Richard Strauss "Elektra" am Landestheater Linz wird durch Markus Poschner und das Bruckner Orchester Linz zum klingenden Ereignis. Musikalische Höhen,...Archaische Urgewalt und Majestät, grelle Hysterie und sinnliche Laszivität, Frohsinn und Fäulnis: Dies alles und hunderte Zwischentöne und Stimmungsüberblendungen waren bei Chefdirigent Poschner und dem Bruckner Orchester Linz da, und ein gewaltiger Schluss natürlich sowieso. Es ist also wieder einmal der Orchestergraben, von dem aus im Landestheater Linz die lichtesten künstlerischen Höhen erklommen werden."
Zur vollständigen Kritik  |  Der Standard, Stefan Ender

"Die rhythmische Akkuratesse ist staunenerregend."
Zur vollständigen Kritik  |  Die Presse, Wilhelm Sinkovicz

"Dirigent Markus Poschner schöpfte mit dem Bruckner Orchester die dichte Dramaturgie des Werks punktgenau aus. Das bei der Musiktheater-Premiere in Mega-Besetzung aufspielende Bruckner Orchester unter seinem die dichte Dramaturgie des Stückes punktgenau ausschöpfenden Chefdirigenten Markus Poschner meisterte Dynamik und Klanggestaltung."
Zur vollständigen Kritik | OÖ Krone, Balduin Sulzer

"... das großartig disponierte Bruckner Orchester unter Markus Poschner, das diese Partitur akribisch entschlüsselte. So öffnen sich in Strauss Riesenorchester die Kanäle, auf denen die Solisten freie Bahn haben – Musikalisch grandiose Produktion einer der schwierigsten Strauss-Opern."
Zur vollständigen Kritik | OÖN, Michael Wruss

„Elektra“ als musikalische Sensation
Markus Poschner setzt mit Strauss-Oper einen Meilenstein. Das herausragende Ereignis des Abends findet im Orchestergraben statt, dessen Raum von 115 Musikern des in Höchstform agierenden Bruckner Orchesters ausgereizt wird. Markus Poschner gelingt es mit diesem Klangkörper, alle Facetten der genialen Strauss-Partitur zwischen sanfter Lyrik und explosiver Dynamik auszuleuchten, die Spannung voranzutreiben und das Publikum "gefangenzunehmen".
Zur vollständigen Kritik | OÖ Volksblatt, Paul Stepanek



ELEKTRA

RICHARD STRAUSS
Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss | Text von Hugo von Hofmannsthal
Oper in deutscher Sprache mit Übertiteln
Spielstätte Großer Saal Musiktheater
Dauer 01 Std. 40 min.
Markus Poschner Dirigent

STÜCKINFO
Wo antike Mythologie, die frühe Psychoanalyse und spätromantische Oper aufeinandertreffen: Nach Salome und Die Frau ohne Schatten setzt das Landestheater Linz seinen Richard Strauss-Zyklus nun mit dem Einakter Elektra fort, der sich der Durchleuchtung nervöser Psychogramme am Hof von Mykene und der großen Rache der Elektra widmet. Erleben Sie Chefdirigent Markus Poschner am Pult eines gigantischen Orchesterapparats!

Termine & Tickets

Wednesday, January 16, 2019

ELEKTRA

Gedanken zu ELEKTRA

von Markus Poschner


„Elektra“ ist der Beginn eines völlig neuen Denkens in der Musik: Tonalität beginnt sich endgültig aufzulösen und damit die fast 1000 jährige Gebundenheit an ein System aus Regeln. In der Oper begann alles mit Orpheus, dem ersten Held, der um das Jahr 1600 als Erster singend die Theaterbühne betritt. Orpheus, der mit seinem Gesang die Natur zähmt und den Tod besiegt, bindet über seinen Gesang das Wort an ein Gefühl. Das war radikal neu. Kein Gott vermag es zu verhindern, dass er sich nach seiner geliebten Eurydike umdreht. Ein Riss geht durch eine autoritär geregelte Welt, ein Mensch setzt sich mit seinen Empfindungen über alles andere. Orpheus singt, was er fühlt. Das einzige, was er an Gegenüber akzeptiert, ist sein Echo. Exakt am anderen Ende dieser dort beginnenden Entwicklung steht nun die Oper „Elektra“: ein weiteres Mal in der Geschichte gibt sich ein Werk ganz unvergleichbar seine Gesetze selbst. 


Foto: Sakher Almonem
Es lädt ein zu einem Gang ins tiefste Innere und fährt mit dem Aufzug nicht hinauf, sondern hinunter in den schwärzesten Keller einer menschlichen Existenz - ohne jegliche Tabus. War bis dahin das Kernmotiv der Operngeschichte Vergebung, Erlösung oder Läuterung, so ist es in „Elektra“ der reine Hass.

Hass, der zu nichts führt und alles verstummen lässt. So stehen am Ende der Oper sogar die Worte: „Es herrscht Stille.“ Und da, wo abgrundtiefer Hass herrscht, muss anfangs natürlich auch unbändige Liebe im Spiel gewesen sein. Diese extremen emotionalen Zustände forderten den Komponisten Strauss zu einer ebenso extremen Antwort heraus: Die Leitmotivtechnik und Polyphonie im Sinne Wagners ballt sich zu ungeahnten neuen Formen und Überlagerungen, die immer wieder die Grenzen der Tonalität erreichen oder unumkehrbar überschreiten. Der orchestrale Aufwand ist der größte überhaupt in einer Strauss-Oper, und die Anforderungen an Orchester und Sänger-Ensemble sehr hoch.



Das Genie Hofmannsthal hat die Geschichte eines Familien-Traumas entworfen, die mit Strauss` genialer Musik zu einem Monstrum verschmolzen ist: alle sind Täter und alle sind Opfer. Es spiegelt genauso den Zeitgeist seiner Entstehung und ist auch Fanal des Zusammenbruchs der alten Ordnung im „Fin de siècle“ vor dem ersten Weltkrieg, wie es für unser Heute eine brandaktuelle Warnung bedeutet: niemand entrinnt seiner eigenen Geschichte. Alle Figuren in diesem Stück sind defekt, sie lehnen sich gegen die ihnen von der Gesellschaft zugeteilten Rollen auf. Der Tochter-Mutter-Konflikt zwischen Elektra und Klytämnestra behrrscht das Zentrum, was auch in der Spannung zwischen unerfüllter und erfüllter Sexualität zu suchen ist: Klytämnestra, die Enthemmte und Befreite. Elektra, die Unterdrückte und Gefangene. Einzig Chrysothemis will „einfach nur ein Weiberschicksal und Kinder haben“. 

Trotz der antiken Klarheit der Geschichte ist der zentrale Konflikt vielschichtig und stets vage, was Strauss musikalisch zwischen die Zeilen verlagert. Jederzeit ist alles möglich. Und immer weiß es die Musik zuerst.

So entstand ein brutaler Psycho-Thriller, der Assoziationen an großes Kino weckt. Die Musik könnte auch immer wieder als „Soundtrack“ durchgehen, der ungebremst sein Tempo durchzieht und alle atemlos und verrückt macht. Andrerseits spiegelt das Werk die Säulen der antiken Tragödie: Rückkoppelung, Verkettung und große Metaphern; vor allem jene von der Familie als kleinste gesellschaftliche Einheit, in der sich die größtmögliche Katastrophe abspielt.



ELEKTRA

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss | Text von Hugo von Hofmannsthal
Oper in deutscher Sprache mit Übertiteln

Premiere 19.01.2019
Spielstätte Großer Saal Musiktheater
Dauer 01 Std. 40 min.
Markus Poschner Dirigent

STÜCKINFO
Wo antike Mythologie, die frühe Psychoanalyse und spätromantische Oper aufeinandertreffen: Nach Salome und Die Frau ohne Schatten setzt das Landestheater Linz seinen Richard Strauss-Zyklus nun mit dem Einakter Elektra fort, der sich der Durchleuchtung nervöser Psychogramme am Hof von Mykene und der großen Rache der Elektra widmet. Erleben Sie Chefdirigent Markus Poschner am Pult eines gigantischen Orchesterapparats!



Tuesday, January 08, 2019

Herr Poschner, bitte ein Wort zu Elektra und Richard Strauss!


Was ist Elektra für Sie?

Foto: Sakher Almonem
Ein unglaublicher Albtraum. Man erlebt die Protagonisten in ihren extremsten Gefühlsregungen: von innigster Liebe bis hin zum abgrundtief schwarzen Hass. Das, was sich bei Tristan an Aggregatzuständen in der Musikgeschichte schon angekündigt hat, wird bei Elektra vollkommen an den Rand des Möglichen und Erträglichen getrieben. Strauss gelangt dabei an einen Punkt in seinem musikalischen Schaffen, an den er nie wieder zurückkehren wird. Die antike Vorlage diente ihm und Hofmannsthal eigentlich nur als Folie. Hofmannsthal hat die tatsächliche Geschichte ziemlich verändert. Es ging ihm jetzt hauptsächlich um die inneren Zustände, das Aus-sich-Heraustreten und unbewußte Vorgänge. Es ist dabei kein Zufall, dass Strauss Elektra musikalisch so komprimiert und verdichtet anlegt, gerade einmal 90 Minuten ohne Unterbrechung! Da hat der Wahnsinn Methode. Zum einen treffen wir auf Klytämnestra, eine vom Schicksal gebeutelte und aus der Bahn geworfene Frau und zum anderen auf ihre Tochter Elektra, die einerseits von einer hysterischen Leidenschaft ihrem Vater gegenüber getrieben und sich andererseits allein über den Hass gegen ihre Mutter definiert. Die Männer spielen eine vollkommen untergeordnete Rolle, wobei der eigentliche Auslöser der Tragödie, Agamemnon, nicht einmal auftritt. Die Musik von Strauss zur Elektra, wenn sie wirklich gut gespielt wird, muss verrückt machen, das hat die Partitur mit dem Tristan gemeinsam. Und da werden wir uns alle Mühe geben.


War Strauss musikalisch hier an eine Grenze gelangt, an der er nicht weiterwollte?

Ich glaube, dies ist sozusagen eine optische Täuschung. Im Rückblick ergibt sich vermutlich erst dieser lineare Eindruck in seinem Schaffen. Es heisst, er hätte mit dem Rosenkavalier all seine Avantgarde-Freunde, die große Hoffnung in ihn als Erneuerer setzten, enttäuscht. Derweilen war Strauss lediglich auf der Suche nach den perfekten musikalischen Ausdrucksmitteln für seine so unterschiedlichen Sujets. Darin war er zweifellos der größte Meister, passgenau zu arbeiten, sich wie ein Chamäleon den Stoffen einzufühlen und danach auszurichten. Er hätte ein Telefonbuch vertonen können, wie er selbst immer sagte. Genau das ist auch bei Elektra eingetreten: eine Musiksprache, die zu so extremen Mitteln greift, wie nie zuvor. Strauss war in diesem Sinne ein unheimlich modern denkender Mensch, der, ähnlich einem Schauspieler, kompositorische Verwandlungen hinlegen konnte und auch nicht vor einem vermeintlichen Salto rückwärts, was der Rosenkavalier ja zweifellos nicht ist, zurückschreckte, sofern es der Darstellung einer Geschichte diente.

Foto: Reinhard Winkler

Tuesday, November 27, 2018

MOSAIK feiert Menschenrechte




Mosaik – die Kammermusik des BOL feiert Menschenrechte


Samstag, 08. Dezember 2018, 11.00 Uhr
Musiktheater am Volksgarten, Orchestersaal
Karten € 27,- erhältlich am Landestheater Linz


KUNST FEIERT MENSCHENRECHTE

Die Menschenwürde verteidigen.
Für Solidarität engagieren.
Den Dialog suchen.
Die Bewusstseinsbildung fördern.

SOS-Menschenrechte nimmt eine wichtige Brückenfunktion in unserer
Gesellschaft ein, über Kulturen, Konfessionen und Weltbilder hinweg. Die Kunst
kennt keine Grenzen, daher unterstützen Chefdirigent Markus Poschner und
Landestheater-Intendant Hermann Schneider – wie schon der ehemalige GMD Dennis
Russell Davies – diese zentrale Arbeit.

Das erste Mosaik-Konzert der Saison feiert die Menschrechte. Ein
Streichtrio des Bruckner Orchester Linz bestehend aus Rieko Aikawa (Violine),
Gunter Glössl (Viola) und Unmi Han (Violoncello) gestaltet mit Markus Poschner und
Daniela Dett dieses Benefizkonzert. Es erklingen nicht nur Bachs
„Goldberg-Variationen“ in einer Version für Streichtrio, sondern ergreift auch
der weltweit angesehene Menschenrechtsexperte Manfred Nowak das Wort (Nowak ist
wissenschaftlicher Direktor am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte).
Gerhard Haderer wird die Ehrenmitgliedschaft von SOS-Menschenrechte verliehen.


Für Speis und Trank ist gesorgt.

Monday, November 12, 2018

Dafür stehen wir, dafür spielen wir! IHR Bruckner Orchester Linz

Klaus Luger, der Bürgermeister der Stadt Linz, hat angekündigt den Theatervertrag zwischen Stadt und dem Land Oberösterreich, das unser Träger ist, aufzukündigen.

Es geht ums liebe Geld. Ohne Geld gibt es bekanntlich keine Musi. 

 

Aber um die Kohle alleine kann es wohl nicht gehn, auch wenn ohne sie nicht geht. Was will sich denn die Stadt nicht mehr leisten? Wer sind wir und wer wollen wir bei aller permanenten Veränderung in Zukunft sein? Über die Schlagkraft der Stadtwache wird eine Stadt, wie Linz, künftig wohl nicht identifiziert werden wollen. 

Das Bruckner Orchester Linz ist das Opernorchester des Linzer Landestheater und gleichzeitig ein Sinfonieorchester, das von seiner Größe und Qualität zu den erstrangigen Österreichs zählt. In unserem Namen ist der Name eines großen Sohnes der Stadt eingeschrieben: der des Komponistengiganten Anton Bruckner.

Und wir, das BOL, sind Bruckner. 

 

Gerade seit dem letzten Jahr befragen wir mit unserem Chefdirigenten Markus Poschner die Musik unseres Namensgebers wieder ganz neu und werden dafür nicht nur in Stadt und Land, sondern auch international erkannt und anerkannt. Wir haben einen nie dagewesenen Öffnungsprozess hinein in die Stadt, ins Land begonnen und verstehen uns als Mitgestalter unserer Gesellschaft, in vernetztem Handeln mit Institutionen wie Ars Electronica, der Johannes Kepler Universität, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und anderen mehr. Ich denke auch an unsere Orchesterwerkstatt MOVE.ON, die in viele Schule geht und in Migrationsprojekte involviert ist. Viele neue Formate versuchen nichts anderes als auf die Menschen zuzugehen und dies an unerwarteten Orten.

In unserem Namen steht die Stadt eingeschrieben, in der wir leben und arbeiten. Wir nehmen das ernst! Gerade unsere Tätigkeit als Sinfonieorchester wollen wir weiterhin im städtischen Konzerthaus, dem Brucknerhaus, einem der schönsten Konzerthäuser weit und breit als Residenzorchester ausleben. Im bisherigen Theatervertrag waren wir mit zehn Vertragskonzerten im Brucknerhaus engagiert und somit das Sahnehäubchen dieser Vereinbarung. 

Aber um das geht es letztlich gar nicht, man kann und soll immer wieder über Dinge, Vereinbarungen sprechen, diese neu aushandeln können. Ob ein brutaler Liebesentzug ein guter Beginn für eine inhaltliche Auseinandersetzung ist, darf bezweifelt werden. Es geht darum, wie wir Linzerinnen und Linzer, Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher leben wollen und weiter in der großen weiten Welt gesehen, gehört werden wollen. Was macht uns unverwechselbar aus uns und wohin entwickeln wir uns als Kulturgemeinschaft? Und vor allem, was ist uns dies wert? Was ist dies der Kulturhauptstadt Linz wert? 

Politik heißt nichts anderes als Gestalten für die Menschen, nichts anderes bewegt uns in unserer Arbeit sieben Tage die Woche: für Menschen dieser Stadt, unseres Landes und darüber hinaus Räume zu erschaffen, in denen sie sich unterhalten, erheben, aufgehen oder hingeben können, an den sie sich auch stoßen und reiben können.

Das ist unser Kulturbegriff. 

 

Schlichtweg errichten wir in Sinfonien von Anton Bruckner, in Musiken anderen Ursprungs früherer Zeiten und der Gegenwart, in musiktheatralischen Aufführungen in unserem Landestheater unverwechselbare Erfahrungsräume fürs Menschsein. Wir wollen weiterhin täglich mit höchsten und immer steigenden Qualitätsansprüchen dafür sorgen. - Für diese Ansprüche in unserem ureigenen oberösterreichischen, Linzer Klang weltweit erkannt und begehrt werden. 

Wir lieben und leben in Linz. Wir lieben und leben in unserer Heimat Oberösterreich, mitten im Herzen Europas. Wir lieben die Welt. Musikerinnen und Musiker aus mehr als 20 Nationen formen dieses wunderbare Orchester für uns Menschen, egal welcher Herkunft, Sprache, Hautfarbe oder Einstellungen. Für das spielen wir jeden Tag in unserem Landestheater und in unseren Konzertorten, wie dem Brucknerhaus und sonst wo.

Dafür stehen wir, dafür spielen wir! 






Norbert Trawöger
Persönlicher Referent des Chefdirigenten
Leitung der Kommunikation & Dramaturgie

Thursday, October 18, 2018






Wann und weshalb haben Sie sich dazu entschlossen, Dirigent zu werden?

Eugene Tzigane: Mein Vater nahm mich schon als kleinen Bub ins Konzert mit. Ich war immer von der Figur am Podium fasziniert. “Was macht der und warum ist er überhaupt da?”, waren die zwei Fragen, die durch meinen jungen Kopf gingen.
An der Universität hat mich ein guter Freund auf Carlos Kleiber aufmerksam gemacht. Ich war wie vom Blitz getroffen, wie gelähmt von der ungeheuren Kunst und der transzendenten, emotionalen Erfahrung, die Kleiber den Orchestern entlocken konnte.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?

Eugene Tzigane: Die Musik bringt mit sich, dass wir bereit zu geben sind. In diesen schwierigen Zeiten, in denen mehr und mehr Mauern errichtet werden, ist es die universelle Sprache der Musik, die Brücken zwischen uns ermöglicht.

Können Sie das Publikum hinter Ihnen spüren?

Eugene Tzigane: Der Komponist, die Aufführenden und das Publikum sind eine Art “heiliger Dreifaltigkeit”, in der alle Drei eine aktive und wichtige Rolle spielen. Das Publikum vervollkommnet den Kreis und schließt diesen für eine gemeinsame musikalische Erfahrung.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten?

Eugene Tzigane: Nein, aber ich habe eine Liste von Favoriten, die niemals eine Limitierung zulassen wird: Richard Strauss, Beethoven, Brahms, Mahler, Bruckner, Schubert, Debussy, Ravel, Sibelius, Nielsen, Puccini, Verdi, und viele andere. Aber ich gebe zu, dass es zu meinen größten musikalischen Freuden gehört, Musik von Johann Strauß Sohn zu „dirigieren“.

Sie werden am Mittwoch, den 24. Oktober das BOL im Brucknerhaus Linz dirigieren. Was ist das besondere an dem Konzertprogramm?

Eugene Tzigane: Es ist ein vielschichtiges von christlichen Ikonografien inspiriertes Programm.

Hindemiths „Mathis der Maler“ ist über Matthias Grünewald, vielleicht den größten deutschen Renaissance Maler, und seinem Kampf für künstlerische Selbstentfaltung während des deutschen Bauernkriegs (1524-1525). Es ist eine Allegorie für Hindemiths eigenen Kampf während der frühen Jahre des Hitler Regimes.

Frank Martin hat einen komplett anderen Zugang, in dem er seine persönliche Beziehung zum Leiden Christi ausdrückt. Er wurde von Duccio's Polyptyque in Siena entflammt und wählte daraus sechs Tableaus um diese Erfahrung zu umspannen.

Resphigi kam die Symbolik für das Stück nach Vollendung der Komposition, die im Original ein Klavierstück unter dem Titel "Tre preludi sopra melodie gregoriane" ist. Den letzten Satz schrieb er direkt für Orchester und beschloss die Klavierstücke zu orchestrieren, um den vier Impressionen den Namen „Vetrate di chiesa“ (Kirchenfenster) zu geben.

Ein Wort zu ...

... Paul Hindemith Fromm
...Frank Martin Leidenschaft (Spiel)
... Ottorino Respighi Filmisch

Haben Sie in der Vergangenheit bereits mit Benjamin Beilman zusammengearbeitet?

Eugene Tzigane: Nein, aber ich habe schon viel Gutes über ihn gehört.

Abseits ihres Berufs interessiert Sie..? 

Eugene Tzigane: Poesie/Literatur, Tanz, Architektur, Bildhauerei, Malerei, Theater, Kino, Kulinarisches

Ihre Karriere wirkt sehr Nord-Europäisch orientiert. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Eugene Tzigane: Karrieren sind selten so geplant, wie es im Nachhinein ausschaut. Sie sind wie ein Kometenschweif, der nur von hinten, als Spur des Kometenverlaufs betrachtet werden kann. Während der Arbeit ist die Karriere nicht offensichtlich, sie ist nur eine Konsequenz des Tuns und der Beziehungen, die man knüpft.

Sie waren in der Vergangenheit bereits in Linz. Was gefällt Ihnen an unserer Stadt?

Eugene Tzigane: An ganz erster Stelle das Orchester. Das Bruckner Orchester sind die Kronjuwelen von Linz. Ein wunderbares Geschenk an die Menschen, die hier leben. Außerdem denke ich bei Linz an Kultur, Architektur, Museen, Essen und Geschichte.




VOM KLANG DER BILDER

Mittwoch, 24. Oktober 2018 | 19.30 Uhr | Brucknerhaus Linz


Die Verbindung von Musik und Malerei gehört zu den faszinierendsten Aspekten der Kunstgeschichte, und das nicht erst seit Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung. Bedeutende Gemälde inspirierten Komponisten immer wieder zu „Tonmalereien“, umgekehrt ist die Darstellung von Musik seit jeher ein zentrales Motiv der bildenden Kunst. Das Konzert „Vom Klang der Bilder“ stellt drei in dieser Tradition stehende Werke von Hindemith, Martin und Respighi vor, in denen malerischer Pinselstrich und musikalische Farbenpracht auf außergewöhnlichem Wege zusammenfinden.

PAUL HINDEMITH Symphonie „Mathis der Maler“
FRANK MARTIN Polyptyque für Violine und zwei kleine Streichorchester
OTTORINO RESPIGHI Vetrate di chiesa. Quattro impressioni sinfoniche per orchestra

Benjamin Beilman Violine 
Bruckner Orchester Linz
Eugene Tzigane Dirigent





Eugene Tzigane

Von der Berliner Morgenpost als souveräner Orchesterleiter bezeichnet, erlangt der junge Dirigent Eugene Tzigane ein enormes Ansehen für seine elegante Ausstrahlung, Ausdrucksstärke, sehr gute Dirigiertechnik und seine beinahe fanatische Präzision (Neues Volksblatt). Sein Kalender ist mit zahlreichen Wiedereinladungen und weltweiten Debüts gefüllt – Eugene Tzigane entwickelt eine energetische und vielseitige Kraft im sinfonischen Bereich wie auch in der Oper.

Seine Dirigierkarriere entwickelt sich rasant, seitdem er 2009 den zweiten Preis des Solti Wettbewerbs gewann. Es folgten Einladungen zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem hr-Sinfonieorchester, den Duisburger Philharmonikern und der Nordwestdeutschen Philharmonie, dessen Chefdirigent er von 2010 bis 2014 war.

Eugene Tzigane unterhält weltweit fortwährende Beziehungen zu Ensembles und Orchestern. In Europa zählen hierzu auch das Norwegische Radio Symphony Orchester, Aarhus Symphony, Tampere Philharmonia und die Sinonia Lathi. Weitere europäische Engagements brachten ihn zum Netherlands Philharmonie Orchestra, Bruckner Orchester Linz, RTÉ National Symphony Orchestra of Ireland und dem Sinfonieorchester Basel. Highlights der Saison 2015/2016 sind Wiedereinladungen nach Lahti, Aarhus, dem Norwegischen Radio, Yomiuri Nippon Symphony und dem Kyoto Symphony in Japan, ebenso wie Debüts bei den Copenhagen Philharmonics, dem Helsingborg Symphony Orchester, dem Göttinger Symphonie Orchester und Oulu Sinfonia.

In den USA wurde Eugene Tzigane für sein Debüt beim Grant Park Festival 2013 gefeiert. Die Chicago Tribune schrieb, er bringe eine Frische und eine besondere Energie zu einer attraktiv-abwechslungsreichen Programmgestaltung; er zeige eine enge Verbundenheit mit den Musikern. Zudem dirigierte Tzigane die amerikanischen Symphony-Orchester aus Oregon, Indianapolis, New Jersey, Fort Worth, North Carolina, Columbus und Rochester.

Mit einem besonderen Gefühl für die Zusammenarbeit mit Sängern, debütierte Eugene Tzigane 2009 an der Bayerischen Staatsoper mit einer Neuproduktion von Mozarts Così fan tutte. An der Oper Frankfurt dirigierte er Christof Loys Produktion von Strauss’ Fledermaus. In der letzten Saison war er eingeladen, drei Vorstellungen von Mozarts Zauberflöte an der Hamburgischen Staatsoper zu dirigieren, darüber hinaus debütierte er an der Royal Swedish Opera mit einer Produktion von Bizets Carmen.

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